WIR SIND TEIL EINES KOLLEKTIVEN BEWUSSTSEINSFELDES - ES IST KEINE SUBJEKTIVE, SONDERN EINE INTER-SUBJEKTIVE ERFAHRUNG.
CARTER PHIPPS
Amerikanischer Autor, Journalist, Evolutionär

Bedeutung

Meditation_dMeditation und das hektische Leben der heutigen Geschäftswelt scheinen auf den ersten Blick zwei unvereinbare Gegensätze. Dennoch ist Meditation nicht etwas, was nur in den entlegenen Höhlen des Himalaya Gebirges, in Klostern oder Kirchen funktionieren würde und spirituellen Zirkeln vorbehalten ist. Im Gegenteil: Gerade die Herausforderungen des alltäglichen Lebens fördern ihre wahren Qualitäten zu Tage, da sie eine bestimmte Haltung dem Leben gegenüber notwendig machen. Überall auf der Welt entdecken immer mehr Menschen die heilsame Wirkung von Meditation auf Psyche, Geist und Körper.

Meditation wird auch oft als eine verlängerte Konzentration bezeichnet. Wenn wir unserem Leben einen Sinn geben und alle Handlungen auf ein Ziel ausrichten, dann führen wir ein konzentriertes Leben. Dabei können wir feststellen, dass wir uns weit weniger von äusseren Umständen ablenken lassen, und dass wir unsere innere Ruhe und unsere seelische Ausgeglichenheit trotz äusseren Sturmes aufrechterhalten können. Wir »versenken« uns in unsere Aufgaben und ziehen uns in unseren »stillen Raum« zurück, wo wir uns seelisch erneuern und mentale Klarheit erlangen.

Das Wort Meditation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet nachdenken, sinnende Betrachtung, Versenkung. Es ist eine geistige Disziplin, die – wenn sie richtig verstanden und konsequent angewendet wird – zu Erkenntnissen aus dem eigenen Inneren führen kann und dabei hilft, eine bewusste Verbindung zum höheren Selbst herzustellen. Dabei ist es  die Aufgabe von uns Meditierenden, die Energien, die während der Meditation einfliessen, in richtige Bahnen zu lenken. Solange die Meditation dem Zweck des niederen Selbstes dient, sind wir nur Empfangsstation und werden geringe Fortschritte machen. Lassen wir jedoch die Energien durch uns fliessen, werden zu einem Kanal, um einen Beitrag zur Evolution zu leisten, dann stehen uns unbegrenzte Energien und Informationen zur Verfügung.

Meditieren ist wie ein Garten mit Blumen, die stetig gewässert werden müssen, damit sie nicht vertrocknen. Hierfür ist weniger die Dauer der Meditation von Bedeutung als vielmehr die Regelmässigkeit, die Ausrichtung und die Intensität. Ausrichtung bringt die verschiedenen Ebenen und Stadien des Bewusstseins miteinander »in eine Reihe«. Intensive, konzentrierte Meditation ist nicht nur eine tiefe Erfahrung des Bewusstseins jenseits des Egos, sondern eine wirksame Methode für die Entwicklung von Seelenbewusstsein, für die stärkende Verbindung zwischen unserer Persönlichkeit und unserer Seele und somit für die Entfaltung unseres kreativen Potentials. Je mehr Übung wir in Meditation gewinnen, desto stärker werden wir auch inmitten des Alltags erfahren können, welch verändernde Kraft der Meditation innewohnt. Sie ist ein machtvolles Werkzeug, das uns befähigt, inmitten von Chaos in uns selbst zu ruhen und aus dem Zustand der Gelassenheit heraus zu handeln und notwendige Veränderungen in Gang zu setzen. Und es ist der Wandel jedes Einzelnen von uns, der die Welt als Ganzes verändern und heilen kann.

Mingyur Rinpoche:
»Wer macht Probleme? Wir Menschen. Und wer beherrscht und kontrolliert die Menschen? Der Geist. Und wie beherrschen und kontrollieren wir den menschlichen Geist? Durch Meditation.«

Seine Heiligkeit der Dalai Lama:
»Im Grossen und Ganzen blickt der Geist immer kritisch nach aussen und befasst sich mit äusseren Ereignissen, kümmert sich aber nur selten um sich selbst. Deshalb müssen wir ihm neue Anweisungen geben. Bis jetzt haben Sie sich mit den Vorgängen im Aussen beschäftigt; das ist gut und schön. Doch nun ist die Zeit gekommen, im Inneren zu forschen und mehr über den Geist selbst herauszufinden. Dabei müssen wir uns auch darum bemühen, dass wir die Art und Weise, in der unsere Gedanken den Erinnerungen an die Vergangenheit folgen und über die Zukunft spekulieren, bändigen und beherrschen. Wir müssen den Raum zwischen solchen Gedanken finden, der wie das Wasser in der Tiefe des Ozeans klar ungestört bleibt, auch wenn auf der Oberfläche die Wellen peitschen. So können wir auf den Geist selbst blicken. Es ist nicht leicht, doch lohnt es sich meiner Ansicht nach, den Versuch zu unternehmen. – In einem Kochbuch würden Sie die Rezepte nicht nur lesen, sondern einige auch ausprobieren wollen. Und manche davon würden Sie mögen und immer wieder kochen. Wie das Kochen ist Meditation nur dann sinnvoll, wenn Sie die Anleitungen in die Praxis umsetzen.«